Welche Bedeutung hat die Anwendung qualitativ hochwertiger ätherischer Öle? Der Begriff „Qualität" sollte in diesem Zusammenhang immer durch die Worte 100% rein und natürlich gewährleistet sein. Dies bedeutet, dass das ätherische Öl ausschließlich aus der Pflanze gewonnen wurde, die auf der Flasche vermerkt ist, ohne jeden Zusatz oder Beimischung von z.B. Pflanzenöl. Es liegt also keine Verfälschung des Öls durch den Zusatz synthetischer Substanzen und keine Veränderung der natürlichen Zusammensetzung vor.
Auch die Qualität der Pflanze / des Baumes spielt eine große Rolle. Sie können:
1. Wild wachsen
Die Ernte geschieht weit ab von Quellen der Umweltverschmutzung. Tiere in freier Wildbahn werden respektiert und die Nachhaltigkeit der Ernte wird gewährleistet.
2. Aus biologischem Anbau stammen
Der Anbau der Pflanzen findet garantiert ohne chemische Düngemittel und Pestiziden statt. Eine ECOCERT Auszeichnung oder ähnliches bezieht sich immer auf das ursprüngliche Produkt, erstreckt sich jedoch nicht auf die Destilliermethode. Das Bio Siegel bezieht sich auf die verarbeitete Pflanze. Aus diesem Grund pflegt das florame Labor eine enge Beziehung zu seinen Destillerien, um alle Qualitätstandards zu sichern.
3. Aus herkömmlichem Anbau stammen
Weder Düngemittel noch Pestizide sind verboten, sie dürfen allerdings unter strengen Kontrollen verwendet werden. Hierfür gibt es spezielle Kontrollen. Auch hier pfleg das florame Labor eine vertrauensvolle Beziehung zu seinen Lieferanten.
Der Landwirt muss genau erkennen, wann seine Pflanzen den Höhepunkt der „Aromenbildung" erreicht haben.
- Vor der Blüte bei Bohnenkraut und Pfefferminze
- Während der Blüte bei Lavendel und Rosmarin
- Nach der Blüte bei Muskatellersalbei...
Die Qualität von Ä.Ö. und Essenzen hängt also im Wesentlichen von der ursprünglichen Pflanze, sowie vom Know-How des Destillateurs ab. Das Ergebnis wird entscheidend vom Zusammenspiel beider geprägt.
Botanischer Name
Die Anwendung ä.Ö. oder Essenzen setzt fundierte Kenntnisse der Pflanzenkunde voraus.
Was bedeutet denn „Ich benutze Eukalyptusöl" ? Welche Pflanze ist hier genau gemeint? Eukalyptus Globulus, Radiata, Smithii oder Citriodora?
Ätherische Öle weisen verschiedene chemische Zusammensetzungen auf und haben daher unterschiedliche Eigenschaften.
Eukalyptus Globulus wird beispielsweise bei Erkältungsbeschwerden von Erwachsenen angewendet, Eukalyptus Citriodora dagegen wirkt anti-entzündlich und wird zur Schmerzlinderung gegeben.
Es ist daher unerlässlich auf den botanischen, lateinischen Namen zu achten.
In diesem Sinne bezeichnet man ä.Ö. und Essenzen wie folgt:
- Gattung: Eukalyptus
- Spezies: Globulus, Radiata, Smithii, Citriodora
- Varietät: „ssp" ist manchmal notwendig: Citrus aurantium ssp
amara ist der Bitterorangenbaum, Citrus aurantium ssp bergamia ist Bergamotte
Jeder, der mit ä.Ö. arbeitet sollte mit solchen botanischen Namen vertraut sein und die Begriffe des „Volksmundes" meiden. Nur so werden Fehler von vorne herein vermieden.
Geographischer Ursprung
Der geographische Ursprung oder auch der Ort des Anbaus einer Pflanze hat einen bedeutenden Einfluss auf den Charakter eines ä.Ö. oder einer Essenz.
So beinhaltet Rosmarin aus Korsika nicht die gleichen aromatischen Moleküle wie Rosmarin aus Marokko oder Frankreich. Ein entsprechender Hinweis sollte vermerkt sein.
Pflanzenteil
Das Sekret erzeugende Organ einer Pflanze ist der Teil, aus dem ein ä.Ö. bzw. eine Essenz gewonnen wird.
Der Bitterorangenbaum produziert beispielsweise zwei ä.Ö. und eine Essenz:
- Citrus aurantium ssp amara, Blätter
Das Ä.Ö. des Bitterorangenblattes ist reich an Linalylacetat und Linalol und wirkt somit anti bakteriell und entspannend.(Petit Grain)
- Citrus aurantium ssp amara, Blüten
Das Ä.Ö. der Bitterorangenblüte ist reich an Linalol und wirkt Stress hemmend. Es ist sehr teuer und ein begehrter Duft (Néroli)
- Citrus aurantium ssp. Amara, Schale
Die Essenz der Bitterorange ist reich an D-Limonen und wird als bitteres Tonikum eingesetzt.
Ebenso hat beispielsweise das ä.Ö. von ceylonesischem Zimt, welches leicht nach Nelke duftet, nicht dieselbe Zusammensetzung wie das aus der Zimtrinde gewonnene ä.Ö.
Die fehlende Angabe des verwendeten Pflanzenteils ist eine bekannte Quelle der Irreführung.
Chemotyp
Die chemische Zusammensetzung des ä.Ö. ist also keine Konstante. Je nach Anzahl der Sonnentage, Beschaffenheit des Bodens, Jahreszeit der Ernte, geographischem Ursprung und Klima kann die Zusammensetzung variieren. Es kann somit auch zu signifikanten Unterschieden in der therapeutischen Lösung bei ein und derselben Spezies kommen.
Um diese Besonderheit eines jeden Öls ( LOT ) hervorzuheben, wird dem botanischen Namen ein Affix zugefügt für den Bestandteil, welcher sich am deutlichsten hervorhebt ( muss nicht unbedingt der größte Bestandteil sein ). Man spricht auch vom Chemotyp eines ä.Ö. oder einer Essenz.
Beispiele:
Thymian, Thymus vulgaris, hat wenigstens 7 Chemotypen, was bedeutet, dass es auf dem Markt mindestens 7 verschiedene ä.Ö. von Thymian gibt.
Thymian Ct. Thymol, Thymus vulgaris chemotype thymol Ä.Ö.
Thymian Ct. Linalol
Thymian Ct. Carvacrol
Thymian Ct. Geraniol
Thymian Ct. Thuyanol
Thymian Ct. Paracymene
Thymian Ct. Alpha-Terpineol
Die Phenol-Thymians ( Thymol, Carvacrol ) haben den Vorzug, sehr effektiv gegen infektiöse Beschwerden zu wirken. Sie sind allerdings auch dermatokaustisch, also bei purer Anwendung hautreizend, sowie hepatotoxisch und somit nicht dauerhaft anzuwenden. Auch für Kinder sind diese beiden Öle nicht geeignet!
Die Thymians Linalol, Geraniol, Thuyanol, etc. wirken anti-bakteriell ohne jegliche Toxizität und sind somit auch bestens für Kinder geeignet. Thymian Ct. Paracymene wird als Entzündungshemmer bei Muskel- und Gelenksbeschwerden eingesetzt.
Rosmarin, Rosmarinus officinalis, hat 3 Chemotypen:
Rosmarin Ct. Cineol, Rosamrinus officinalis chemotype cineol Ä.Ö. - hilft bei Beschwerden der Atemwege.
Rosmarin Ct. Camphor - hilft bei Beschwerden von Muskeln und Gelenken.
Rosmarin Ct. Verbenone - Regt die Lebertätigkeit an.
Die Chemotypen werden durch spezielle Analysen identifiziert. Hierbei kommt die Gaschromatographie und die Massenspektrometrie zum Einsatz. Ein Chemotyp kommt nicht bei allen Ä.Ö. vor, dort wo er identifiziert wird, sollte er auf dem Etikett ersichtlich sein.
Chromatographie
Chromatographische Analysen bestimmen das chemische Profil für jedes Ätherische Öl, sowie für eine Essenz. Sie ist eine Art Identitätsausweis für das Öl. Jeder Produktionslauf erhält eine eigene Identitätsnummer.
Das florame Labor stellt chromatographische Auswertungen und entsprechende Kontrollzertifikate auf Wunsch zur Verfügung.